27. März 2022
mit Petr Gava und Konrad Alverdes

Uns deutschen und russischen Kolleg*innen ist es zur Zeit nicht möglich, einander zu besuchen. Gemeinsame Kurse mussten abgesagt werden. Auch unter den Bedingungen von Krieg und Sanktionen wollen wir miteinander in Verbindung bleiben. So ist dieses Angebot für ein freies Online Treffen entstanden.  Dabei geht es nicht um einen Austausch politischer Ansichten oder eine Diskussion über die politische Situation.

Krieg mitten in Europa löst aber in uns allen starke Gefühle und Reaktionen aus. Unser Empfinden ist dabei verknüpft mit der Überlieferung der Generation unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Geschichten von Krieg, Vertreibung und staatlichem Terror sind in  Deutschland und Russland gegenwärtig in jeder Familie. Als Opfer und Täter sind wir vielfach verwoben in ein Netz aus Überwältigung und Angst, Schuld und Scham, Wut und Verzweiflung. Dieses Erbe verkörpern wir. Angesichts der gegenwärtigen Ereignisse drängt es machtvoll an die Oberfläche. Kann es mit Mitgefühl gewürdigt werden, verringern wir auch den unbewussten Sog, der uns anfällig machen könnte für eine Fortsetzung der Verstrickung. 

Das Thema ist komplex. Deshalb möchten wir es für diesen Nachmittag möglichst einfach halten. Petr Gava und Konrad Alverdes führen mit einer kleinen Anleitung zu gegenwärtigem Empfinden. Unsere angeborene Fähigkeit zu Mitgefühl stärken wir. Darauf bauen wir, wenn wir nun einander zuhören. Das gegenwärtige Erleben in der Begegnung mit dem Krieg wird ausgedrückt und aufgenommen. Wir lassen uns berühren. Das Nachschwingen kollektiver Prägungen erhält einen Resonanzraum. So entsteht Verbindung. Das ist wohltuend. Das ist unser Beitrag zum Frieden.

Unser Treffen findet findet online von 13:00 bis 17:00 Uhr statt. Die Teilnahme ist frei. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Wir bitten um eine Anmeldung und verschicken dann den entsprechenden Link zur Plattform Zoom.

Beginn ist Sonntag um 13 Uhr. Die Kursgebühr beträgt 0 Euro.