Die fünf Schritte der Tonglen-Praxis als achtsame Selbstmitgefühls-Meditation

11. bis 13. März 2022
mit Yesche U. Regel

Tonglen ist eine Meditation aus dem Tibetischen Buddhismus zur Kultivierung von Mitgefühl mit anderen wie auch mit eigenen leidvollen Zuständen. Auf der Basis traditioneller Anleitungen ist ein 5 Schritte Meditationsprogramm entstanden, das auch im säkularen Kontext angewendet werden kann. Insbesondere in der therapeutischen Begleitung kann es Unterstützung anbieten, eine wohlwollende Zugewandtheit zu etablieren. Es unterstützt die Selbstfürsorge des Begleitenden und die mitfühlende Annahme und Verwandlung leidvoller Zustände, die sich in therapeutischen Prozessen zeigen.

In diesem Kurs liegt das Schwergewicht auf Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl. Hierbei wird die Gestaltung einer Meditationssitzung eingeübt, in der sich die/der Übende zu Anfang vornimmt ein eigenes Anliegen, für den ein Bedarf an freundlicher Fürsorge erkannt wurde, zum Gegenstand der Übung zu machen. 

Das ist der 1.Schritt: „In dieser Meditationszeit möchte ich mehr Selbstmitgefühl für etwas in meinem eigenen Erleben kultivieren.“ Hierbei lässt der Kursleiter Elemente aus der Focusing-Methode nach Gendlin einfließen, um das eigene leidvolle Thema in sich finden, erspüren und benennen zu können.

Im 2.Schritt wird Körperachtsamkeit und eine wache „heilsame Präsenz“ des Geistes als stille Sitz-Meditation geübt und im 3. Schritt wird eine innere „Herzenskraftquelle“ als Ressource für Freundlichkeit und Güte (Metta, kindness) aufgespürt, ggf. visualisiert, kontempliert usw..

Der 4. Schritt ist die eigentliche Tonglen-Praxis, eine Meditation des „Annehmens und Aussendens“ in Bezug auf schwierige und ggf. leidvolle Zustände. Geübt wird sich das Unerwünschte und Unwillkommene bewusst näher zu bringen und dafür Freundlichkeit und Mitgefühl freizusetzen. Dies wird so für eine Weile verbunden mit der Ein- und Ausatmung geübt.

Im 5. Schritt wird die Meditation aufgelöst und ihr Wert gewidmet, z.B. verbunden mit dem Wunsch, dass eine Übung in Selbstmitgefühl auch zu mehr Altruismus und Mitgefühl für andere beitragen wird.

Das besondere an dieser Praxis ist somit, dass man unerfreuliche, leidvolle Zustände, körperlicher, emotionaler oder existenzieller Art, in die Meditationssitzung hineinnimmt und auf geschickte Weise auf der Grundlage eigener Ressourcen direkt anschaut und sich darin übt, daraus Warmherzigkeit, Freundlichkeit und Mitgefühl zu gewinnen. 

Beginn ist Freitag um 18 Uhr. Die Kursgebühr beträgt 180 Euro.