Herzenswärme und Mitgefühl für sich, andere und die Welt

12. bis 14. Mai 2023
mit Yesche U. Regel

Tonglen ist eine Meditation aus dem Tibetischen Buddhismus zur Kultivierung von Mitgefühl mit Anderen wie auch mit eigenen leidvollen Zuständen. Auf der Basis traditioneller Anleitungen ist ein 5 Schritte Meditationsprogramm entstanden, das auch im säkularen Kontext angewendet werden kann. Insbesondere in der therapeutischen Begleitung kann es Unterstützung anbieten, eine wohlwollende Zugewandtheit zu etablieren. Es unterstützt die Selbstfürsorge des Begleitenden und die mitfühlende Annahme und Verwandlung leidvoller Zustände, die sich in therapeutischen Prozessen zeigen.

In diesem Kurs beginnen wir mit Meditationen zur Selbstfürsorge und und zur Entwicklung von „Selbstmitgefühl". Hierbei wird die Gestaltung einer Meditationssitzung eingeübt, in der sich die/der Übende zu Anfang vornimmt ein eigenes Anliegen, für den ein Bedarf an freundlicher Fürsorge erkannt wurde, zum Gegenstand der Übung zu machen. Im Laufe der Stunden gehen wir dann zur Kultivierung von altruistischem Mitgefühl über und werden uns einzelne, mehrere, viele und schließlich alle anderen Menschen und Lebewesen vergegenwärtigen. Dies nennt man die schrittweise Ausdehnung der Meditation in Herzenswärme und Mitgefühl.

Und dies sind die 5 Schritte:

Der 1.Schritt: Motivations-Entwicklung, sei es für ein eigenes Anliegen und in Bezug auf Andere. Wir entscheiden uns wofür wir in einer Meditationssitzung Herzenswärme und Mitgefühl kultivieren möchten. Hierbei fließen Elemente aus der Focusing-Methode nach Gendlin ein, auch um „im Körper gefühlt" erspüren und benennen zu können, worum es uns gerade geht.

Im 2.Schritt wird Körperachtsamkeit und eine wache „heilsame Präsenz“ des Geistes als stille Sitz-Meditation geübt und im 3. Schritt wird eine innere „Herzenskraftquelle“ als Ressource für Freundlichkeit und Güte (Metta, kindness) aufgespürt, ggf. visualisiert, kontempliert usw..

Der 4. Schritt ist die eigentliche Tonglen-Praxis, eine Meditation des „Annehmens und Aussendens“ in Bezug auf schwierige und ggf. leidvolle Zustände, zunächst die eigenen und dann die von Anderen. Geübt wird sich das für uns sich selbst und Andere Leidvolle, Unerwünschte und Unwillkommene bewusst näher zu bringen und dafür Freundlichkeit und Mitgefühl freizusetzen. Dies wird verbunden mit der Ein- und Ausatmung geübt.

Im 5. Schritt wird die Meditation aufgelöst und ihr Sinn gewidmet, z.B. verbunden mit dem Wunsch, dass nach der Sitzung mehr Selbstmitgefühl, Altruismus und Mitgefühl für Andere bewahrt und weiter entfaltet werden mögen.

Das besondere an dieser Praxis ist somit, dass man unerfreuliche, leidvolle Zustände, körperlicher, emotionaler oder existenzieller Art, in die Meditationssitzung hineinnimmt und auf geschickte Weise auf der Grundlage eigener Ressourcen direkt anschaut und sich darin übt, daraus Warmherzigkeit, Freundlichkeit und Mitgefühl zu gewinnen. 

Beginn ist Freitag um 18 Uhr. Die Kursgebühr beträgt 180 Euro.