15. bis 18. April 2021
mit Konrad Alverdes und Susan Rinne

Kollektive Krisen erschüttern unsere Welt. In dieser herausfordernden Situation nehmen gesellschaftliche und politische Polarisierung zu. Auswirkungen der weltweiten Umbrüche dringen ein in unseren ganz persönlichen Alltag. Tief im Menschheitsgedächtnis verwurzelte apokalyptische Bilder kommen uns manchmal nahe. Das auszuhalten, fällt nicht immer leicht. Auch in uns verstärkt sich Spannung und Tendenzen zur Spaltung werden offenkundiger.

Existentielle Herausforderungen rufen nach einer Haltung mitfühlender Verbundenheit und unerschrockener Weisheit als Grundlage eines zukunftsweisenden Handelns. Lassen wir eine tiefe Berührung mit existentiellen Fragen zu, wird auch in uns etwas davon geweckt. In einer jeweils eigenen Ausdrucksform hat jede*r von uns einen Beitrag anzubieten. Manchmal spiegelt sich darin eine archetypische Qualität, die größer erscheint als das, was unserer Persönlichkeit vertraut ist. Etwas fließt uns zu, das aus dieser Verbindung gespeist wird. Es braucht Mut, diese umfassendere und reifere Haltung zu verkörpern.

Zugleich sind wir Menschen mit Unzulänglichkeiten, getrieben von Ängsten und Bedürftigkeiten. Wir alle sind immer wieder hilflos gefangen in Verstrickung und Ambivalenz. Sie treiben uns wieder und wieder in tief angelegte, destruktiv wirkende Impulse und Reaktionen. Erst in einem sicher gehaltenen Raum wohlwollender Zugewandtheit können wir die berechtigte Triebkraft hinter diesen Mustern erahnen. So eröffnet sich die Möglichkeit, nagenden Impulsen an ihrer tiefen Quelle zu begegnen.

Es ist verführerisch sich ganz auf eine Seite schlagen zu wollen: Ganz dem erhabenen Ideal verpflichtet oder vorwiegend den leidvollen Aspekten der eigenen Geschichte zugewandt. Der jeweils nicht gewürdigte Teil wirkt dann allzu oft unheilvoll aus dem Schatten heraus. 

Beide Seiten gilt es zu würdigen, zu erkunden und in Verbindung miteinander zu halten. Dabei können wir oft entdecken, wie sehr sie tatsächlich aufeinander bezogen sind und sich gegenseitig bedingen. Ihre Integration dient unserem eigenen Wohl und befähigt uns, zum Wohl anderer beizutragen. 

In diesem Seminar wollen wir einander dabei unterstützen. Das bedarf einer Vorbereitung. Die Bedingungen unseres Alltags fordern uns oft ein beträchtliches Maß an Halten ab. Jetzt aber erforschen wir, wie eine Stabilität im Lassen zu finden sein könnte. Sie ist unser Ausgangspunkt. In gegenwärtigem Erleben und achtsamer Vergewisserung erkunden wir dann beide Aspekte, denen wir hier anschaulich als Gottheiten und Dämonen begegnen. Zustände und Erfahrungen, die sonst wenig zugänglich sind, werden begreifbar, indem wir ihnen für eine Weile eine eigene Gestalt zugestehen. 

Quälende Dämonen können erlöst werden und wandeln sich dabei nicht selten zu Verbündeten. In Verbindung mit unterstützenden Gottheiten werden weise und mitfühlende Haltungen in uns gestärkt, erhalten Form und Ausdruck. 

Die Bezeugung durch andere gibt diesen Erfahrungen unwiderrufliche Wirklichkeit und damit eine größere Wirksamkeit. Gerade in der Vielfalt der erfahrbaren Qualitäten entsteht ein vollständigeres Bild des menschlichen Potentials.

Die gemeinsamen 4 Tage sind ein Anfang. Eine Umsetzung braucht Zeit sowie eine Erprobung im Alltag. Über 3 Monate hinweg wollen wir in Verbindung miteinander bleiben. Möglichkeiten dazu stellen wir vor. Wir bieten eine Anleitung für weitere Selbsterkundung und stellen ein Programm einfacher Schritte vor, wie andere in diesem Prozess begleitet werden können. Susan und Konrad sind bei Bedarf ansprechbar und stehen zur Verfügung für Austausch und Begleitung. Das Seminar schließt mit einem Videotreffen am Samstag, den 19. Juni von 11 bis 15 Uhr.

Beginn ist Donnerstag um 10 Uhr. Die Kursgebühr beträgt 480 Euro.