11. bis 15. November 2020
mit Konrad Alverdes

Die Bedeutung, die wir unserem Herzen in Gesten und Redewendungen zuschreiben, hat nur wenig gemeinsam mit der medizinischen Betrachtung des Herzens als Blut bewegende Pumpe. Gibt es eine Verbindung zwischen einem intuitiven Verständnis, das sich in Poesie und Mystik aller Kulturen spiegelt, und einer wissenschaftlichen Sichtweise?

Eine Hinwendung zu der embryonalen Erscheinungsform des Herzens kann eine solche Verbindung herstellen. Das embryonale Herz bildet sich als Zentrum unseres verkörpernden Daseins. Es übernimmt eine Funktion von Wahrnehmung, Ausdruck und Synchronisation lange bevor neuronale Strukturen und Sinnesorgane entsprechend entwickelt sind.

Wir können eine Einstimmung auf das embryonale Herz nutzen, um eine zugewandte therapeutische Präsenz zu kultivieren. Dabei entsteht ein sich zwischen Nabel und Gesicht nach vorne auswölbender Resonanzraum des Herzens. Es ist ein individueller, aber nicht von der Persönlichkeit dominierter Raum, in dem wir von Eindrücken berührt werden und aus dem unmittelbar Impulse entspringen.

Das Herz hat sein eigenes Wissen, seine eigene Wahrheit. In einem therapeutischen Prozess ist es hilfreich, das Herz als eigene Instanz zu etablieren und anzusprechen.

Die Pulsation des Herzens eint und verbindet die verschiedenen Systeme und Rhythmen unseres Körpers zu einem einheitlichen Organismus. So öffnet sich mit einer Achtsamkeit auf den Pulsschlag allmählich ein Gewahrsam des einheitlichen Flüssigkeitskörpers. Dabei entfalten sich langsame Gezeitenbewegungen als Ausdruck der sich einstellenden Kohärenz körpereigener Rhythmen und ihrer Interferenzen.

Zu den Inhalten des Kurses gehört:

  • Das Herz als Stillpunkt der Flüssigkeitsdynamik
  • Das relative Absinken des Herzens in die entstehende Leibesanlage
  • Das Herz als Ausdruck individuellen Seins
  • Die räumlichen Proportionen des embryonalen Herzens und seines Versorgungsreiches
  • Das Herz als Wahrnehmungs- und Ausdrucksorgan
  • Resonanzraum des Herzens
  • Soziales Nervensystem und Schlundbögen
  • Balance zwischen Herz und Hirn
  • Die Verbindung des Herzens zu Händen und Gesicht
  • Bezug zur Rückseite des Herzens
  • Kontakt zum kardiovaskulären System
  • Das Herz als Instanz im therapeutischen Prozess

Beginn ist Mittwoch um 14 Uhr Uhr. Die Kursgebühr beträgt 510 Euro.