05. bis 08. März 2020
mit Annick Pütz und Odile Seitz

Tanz und Körperlichkeit mit Bezug zur craniosacralen Wahrnehmung

"If you quitly wait (...), you will inherently connect to the stillness that organizes the inertial motion" Charles Ridley

Wir tauchen ein in die Kraft des Nicht-Tuns, des Entstehenlassens. Wir erforschen subtile Bewegungswahrnehmungen, wie wir sie auch aus der craniosacralen Arbeit kennen und geben ihnen im Tanz Form. Um den Körper aus der eigenen Erfahrung heraus wahrzunehmen, begeben wir uns in die Stille, in einen Raum des Nicht-Wissens und lassen von dort aus Bewegung entstehen. Wir ergründen den Schnittpunkt von Wahrnehmung und physischer Aktion; den Übergang vom Sein zur Form, und die Wandlung von einer Form in eine neue Form. Intention, Wille und Absicht als Aktivitäten des Nervensystems gleiten in den Hintergrund, um dem Unerwarteten, dem Sich-selbst-organisierenden Raum zu lassen. Die Arbeit mit einem Partner macht den Prozess des Loslassens umso spürbarer. Welche Öffnung ergibt sich daraus für unsere Bewegungsmöglichkeiten? Wie erweitert sich dadurch unsere Wahrnehmung und Sensibilität? Wie wird unser kommunikatives Potenzial dadurch grundsätzlich unterstützt? 

Dieses Seminar basiert auf der Recherche-Arbeit der beiden Tänzerinnen Annick Pütz und Odile Seitz rundum das Duett ffflo – fluidity field form. Zentral sind dabei Fragen der Embryologie wie z.B. Bewegungsprinzipien im flüssigen Zustand, Entwicklung vom Körper im Raum und vom Raum im Körper, und die Begegnung als transformative Kraft.

Folgende Inhalte werden wir mit Neugierde erforschen

  • Präsenz in unserer Körperlichkeit
  • Das Innehalten als Öffnung zur Reorganisation
  • Flüssige Zustände in unserem erwachsenen Körper
  • Polaritäten:  Schwerkraft und Leichtigkeit, Bewegung und Stille,  Einheit und Mehrheit
  • Embryonale Kräfte: Widerstand als Möglichkeit der Formentwicklung
  • Begegnung in der Bewegung; Was bedeutet es zwei zu sein?
  • Einstimmigkeit, Diskordanz, Kompromisse und Gleichgewicht als physische Erfahrung des Dialog-Prozesses. 

Beginn ist Donnerstag um 10 Uhr. Die Kursgebühr beträgt 420 Euro.